Entladeleistung
Entladeleistung bedeutet im Speichercampus-Kontext: entscheidet, wie stark der Speicher in Lastspitzen eingreifen kann. Fachlich wird der Begriff häufig als Leistung beim Entladen beschrieben.
Was bedeutet Entladeleistung?
Die Entladeleistung ist die maximale Leistung in kW, die der Speicher abgeben kann. Sie entscheidet, wie tief der Speicher in Lastspitzen eingreift, wie viele Verbraucher er im Ersatzstromfall trägt und ob er Ladepunkte wirksam puffern kann.
Neben dem Dauerwert zählt die Überlastfähigkeit: Viele Systeme liefern kurzzeitig mehr (z. B. 110 % für einige Minuten) — relevant für Anlaufströme von Motoren und Kompressoren.
Worauf es in der Praxis ankommt
- Entladeleistung gegen die höchste zu deckende Gleichzeitigkeitslast prüfen
- Anlaufströme: kurzzeitige Überlastfähigkeit des PCS heranziehen
- im Ersatzstromfall zählt nur die Leistung, die das PCS netzbildend liefert
- Parallelschaltung mehrerer Systeme erhöht Leistung und Redundanz
Praxisbeispiel
Ein Kühlhaus braucht im Ersatzstromfall 60 kW Dauerleistung, aber 95 kW beim Wiederanlauf aller Aggregate. Der Speicher mit 105 kW Entladeleistung trägt den Anlauf; ein 60-kW-System wäre trotz „ausreichender” Dauerleistung kollabiert.
Speichercampus-Einordnung
Speichercampus rechnet Entladeleistung immer gegen das reale Gleichzeitigkeits- und Anlaufverhalten der Verbraucher — Datenblattwerte sind der Anfang der Prüfung, nicht ihr Ende.